Der 35 Meter hohe Turm ist eines der letzten Projekte des verstorbenen Künstlers Friedensreich Hundertwasser. Eröffnet wurde er Ende April am Tag des Bieres. Bis zur Eröffnung war es für Salleck ein weiter Weg. Erst musste er Hundertwasser überzeugen, dann starb der weltberühmte Künstler im Jahr 2000 mitten in der Planungsphase und schließlich hatten die Denkmalschützer wegen des benachbarten mittelalterlichen Stadtzentrums Einwände. Der auf dem Papier einst 70 Meter hohe Turm wurde nach heftigen Auseinandersetzungen auf die Hälfte gestutzt. Heute sagt Salleck, die damaligen Bedenken der Behörden seien nachträglich für ihn „ein Riesen-Glücksfall“ - mehr noch: „Das war mein Schutzengel!“ Denn die Investitionen für einen 70 m hohen Turm wären um ein Vielfaches höher gewesen.
Der feinsinnige Brauereichef ist nicht nur Geschäftsmann, er begeistert sich schon lange für Kunst und erfüllt sich so mit dem neuen Abensberger Wahrzeichen auch einen Traum. Doch nach rund dreijähriger Bauzeit ist bei Salleck inzwischen eine gewisse Routine eingekehrt. Nun geht es ihm darum, den künftigen Besuchern ein möglichst perfektes Erlebnis zu bieten. Der 66-Jährige will «den zentralen Bier-Kunst-Ort Bayerns in Abensberg» schaffen.
Auf die Turm-Besucher wartet ein Gebäude, das so wirkt, als wäre es tatsächlich frisch einem Hundertwasser-Bild entsprungen. Oben thront eine vergoldete Kuppel, unten sind selbst die Toiletten im Hundertwasser-Stil gekachelt. Im Turm können die Besucher eine Weißbierglas-Sammlung mit 4200 verschiedenen Gläsern bewundern, sie lernen etwas über die Bier-Zutaten Hopfen, Weizen, Gerste und über das Reinheitsgebot. Das ganze Bauwerk ist mit zahlreichen aufwendigen Keramikarbeiten künstlerisch gestaltet.
Den Turm kann man im Rahmen einer Brauereiführung besichtigen. Für die anderen Gäste, die nur einmal von unten schauen wollen, wird direkt an dem Turm ein großer Biergarten angelegt. „Es hat noch niemanden gegeben, der für einen Biergarten eine so attraktive Dekoration gemacht hat“, scherzt Salleck.
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Quelle: dpa